KAMELIEN PFLANZEN & PFLEGEN


Kamelien stammen aus Ostasien. Sie wachsen in Japan, im südlichen China, in Vietnam und in Nepal bevorzugt in bewaldeten Küstenregionen und sogar in Bergregionen über 1000 Meter. Vor Sonne und Wind geschützt, gedeihen sie im Schutz größerer Bäume und beziehen ihre Nährstoffe aus dem herabfallenden Laub und der hohen Luftfeuchtigkeit ihrer Umgebung.

 

Damit sich die Kamelien auch in unseren Breitengraden wohlfühlen, sollten wir versuchen, sie so zu pflanzen, dass der Pflanzort ihrem ursprünglichen Lebensraum so gut wie möglich entspricht. Kamelien gedeihen ausgepflanzt im Garten  am besten und sollten mindestens vier Jahre alt sein. Aus diesem Grund bieten wir auch keine jüngeren Pflanzen zum Kauf an.

 

Welcher Standort ist denn nun der richtige? Kamelien sind nicht gerne alleine. In Gruppen oder gemeinsam mit anderen Pflanzen bevorzugen sie einen geschützten, sonnigen bis halbschattigen Ort unter höheren Bäumen, vor Hecken oder auch in der Nähe einer Hauswand. Wichtig ist, sie vor starkem Wind, heißer Mittagssonne und auch vor der Morgensonne im Winter (deshalb ist die Ostseite eines Gartens nicht so gut geeignet) zu schützen. Etwas sonnig darf es aber besonders im Sommer sein, da die Kamelien in der Vegetationsphase von Mai bis Juli ihre Blütenknospen bilden. In dieser Zeit ist eine regelmäßige Wasserversorgung sehr wichtig. Kalkfreies Wasser ist ideal. Der Wurzelballen sollte nie austrocknen, Staunässe mag die Kamelie hingegen gar nicht.

 

Kamelien lieben nicht nur sonnige bis halbschattige Plätze, sondern auch eine saure, humose und immerfeuchte Erde. Hier bietet sich Moorbeeterde oder auch Rhododendronerde für die Pflanzung an. Kamelien sind Flachwurzler und sollen deshalb nicht zu tief gepflanzt werden. Der Wurzelballen sollte nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche liegen, die oberen Wurzeln sollten noch sichtbar sein.  Bei lehmigen Böden oder auch bei Pflanzungen im Kübel kann man zusätzlich Tonkugeln oder Kieselsteine als Drainageschicht verwenden, um Staunässe zu verhindern.

 

Kamelien pflanzt man am besten von Mai bis Ende Juli. Nachdem die Blüten abgeblüht sind, beginnt der Neuaustrieb und die kurze Vegetationsphase. Jetzt hat die Kamelie genügend Zeit, am neuen Pflanzort Wurzeln zu bilden und ist später für den Winter gut gewappnet. Eine regelmäßige Bewässerung ist in dieser Zeit wichtig. Während heißer Sommertage kann man die ganze Pflanze am frühen Morgen oder am Abend auch leicht besprühen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Kamelien haben einen geringen Nährstoffbedarf und müssen kaum gedüngt werden. Die Hälfte der angegebenen Menge eines Rhododendrondüngers kann man bis spätestens Juli/August anwenden. Warum sollte man nicht später düngen? Der Neuaustrieb hat dann nicht mehr genügend Zeit zu verholzen, bevor der Winter beginnt und ist frostempfindlicher. 

 

Für die Pflanzung im Kübel muss man noch genauer darauf achten, dass die Erde im Topf immer schön feucht ist, aber Vorsicht vor der Staunässe. Töpfe oder Kübel kann man beliebig oft an verschiedenen Stellen platzieren; während der Blütezeit prominent im Eingangsbereich, um die prächtigen Blüten zu bewundern, im Sommer dann vielleicht auch auf dem halbschattigen Balkon. Dass Kamelien ihre Blüten abwerfen, wenn man den Topf bewegt, ist ein weit verbreitetes Ammenmärchen. Sie brauchen kühle Temperaturen zwischen 0°C und 10°C, um ihre Blütenknospen zu öffnen und benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Ist es wärmer, fallen die Knospen ab. Deshalb kann man nicht oft genug darauf hinweisen, dass Kamelien keine Zimmerpflanzen sind.

 

Im Winter benötigen die Kamelien einen ordentlichen Winterschutz. Im Garten schützt eine dicke Mulchschicht aus Laub, gerne das nährstoffreiche Laub der Hainbuche, den Wurzelbereich. Tannen- oder Fichtenzweigen lassen sich gut als Sonnenschutz verwenden, um die Blätter vor der Wintersonne zu schützen. Auf keinen Fall Folien aus Plastik verwenden. Bei Kamelien, die im Topf eingepflanzt sind, schützt man den Wurzelballen am besten, indem man den Topf dick mit Kokos- oder Schilfmatten einpackt.  Bei hohen Minustemperaturen sollte man Kamelien in Kübel oder Töpfen vorübergehend ins kühle Treppenhaus oder Gewächshaus stellen. Auch ein kühler Keller kann vorübergehend genutzt werden. Im Winter befinden sich die Kamelien in ihrer Ruhephase, sie benötigen viel weniger Wasser als im Sommer. Trotzdem darf man das Giessen nicht vergessen: die meisten Kamelien vertrocknen im Winter häufiger, als dass sie erfrieren.

 

Kamelien sind sehr pflegeleicht, wenn sie den richtigen Standort haben. Diese herrlichen Gartenpflanzen, die man mit Recht auch als "Rosen des Winters" bezeichnet, erfreuen uns das ganze Jahr über mit ihren prächtigen Blüten, ihren immergrünen glänzenden Blättern und dem eleganten Wuchs.

 

Besonders empfehlen möchte ich allen Pflanzenfreunden, die sich mit Kamelien intensiver beschäftigen möchten, das außerordentlich informative Buch von Helga und Klaus Urban, die als ausgewiesene Kamelien-Experten bereits mehrere Bücher über Kamelien geschrieben haben:

 

Helga & Klaus Urban: Kamelien im Garten - auswählen, pflanzen, pflegen, 3. Aufl., Stuttgart 2008, € 9,90

 

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